Barrierefreies Reisen: Hilfe, Rechte und Planung
Wenn du oder jemand in deiner Reisegruppe eingeschränkte Mobilität oder eine Behinderung hat, eröffnet ein bisschen Planung viel kostenlose Hilfe. Was dir zusteht und wie du es beantragst.
Kostenlose Hilfe an Flughäfen und im Flugzeug
In der UK und der EU müssen Flughäfen und Airlines behinderten Reisenden sowie Personen mit eingeschränkter Mobilität Hilfe bieten ohne Aufpreis (UK-Recht und EU-Verordnung 1107/2006). Das umfasst Hilfe vom Terminaleingang über die Sicherheitskontrolle bis zum Gate, beim Ein- und Aussteigen und mit dem Gepäck.
- Im Voraus buchen – Hilfe bei der Buchung oder mindestens 48 Stunden vor Abflug bei der Airline (und wenn nötig beim Flughafen) anfordern.
- Hilfe wird an beiden Enden bereitgestellt – organisiere sie auch für die Rückreise und alle Zwischenstopps.
- Plane extra Zeit ein und teile dem Personal beim Check-in mit, dass du Hilfe gebucht hast.
Reisen mit Rollstuhl oder Mobilitätshilfe
- Rollstühle und Mobilitätshilfen werden in der Regel kostenlos befördert und zählen nicht zum Freigepäck – du musst die Airline aber vorab informieren, besonders bei akkubetriebenen Rollstühlen (Akkutyp und Wattstunden sind sicherheitsrelevant).
- Normalerweise kannst du bis zur Flugzeugtür in deinem eigenen Rollstuhl bleiben; er wird dann im Frachtraum transportiert.
- Beschrifte dein Gerät, fotografiere es vor dem Flug und nimm wichtige Teile oder Kissen wenn möglich ins Handgepäck.
Züge, Fähren und Fortbewegung
Britische und europäische Bahnbetreiber bieten Passenger Assist – Hilfe beim Ein-, Aus- und Umsteigen buchen, idealerweise einige Stunden vorher (manche akzeptieren inzwischen kürzere Fristen). Fähren und Kanaltunnel-Verbindungen haben ebenfalls Hilfsprogramme; vor der Reise beim Betreiber erkundigen.
Blauer Ausweis und Parken im Ausland
Der britische Blaue Ausweis wird in vielen europäischen Ländern anerkannt, die Vergünstigungen variieren jedoch je nach Land und sogar Stadt. Prüfe die genauen Regeln für dein Reiseziel, bevor du dich darauf verlässt, und halte Ausweis und Parkscheibe korrekt sichtbar.
Krankenversicherung und Medikamente
Nimm eine GHIC für staatliche Gesundheitsversorgung in der EU mit (ersetzt keine Reiseversicherung – Vorerkrankungen angeben). Medikamente im Handgepäck in der Originalverpackung mitführen, für ungewöhnliche oder injizierbare Mittel einen Arztbrief dabei haben und prüfen, ob deine Medikamente am Zielort legal sind.
Hilfreiche Anlaufstellen
- GOV.UK – Auslandsreisen für Menschen mit Behinderung
- UK CAA – Passagierrechte und Hilfsleistungen
- Die „Special Assistance"-Seiten deiner Airline und deines Flughafens – such nach dem Airline-Namen und „special assistance".
Allgemeine Information, kein Rat – Hilfsprogramme, Vorschriften und Vergünstigungen des Blauen Ausweises ändern sich und variieren je nach Betreiber und Land. Vor der Reise stets bei Airline, Betreiber oder zuständiger Behörde bestätigen.